Aktuelles

Digitale Transformation

Digitale Transformation: Um was es eigentlich geht

Wie können wir den digitalen Wandel meistern?

Seit Gutenbergs beweglichen Lettern gab es keinen derartigen Hype mehr wie den um die digitale Transformation. Sie ist wichtig, sie ist für die meisten Unternehmen sogar überlebenswichtig und sie ist in aller Munde – aber damit noch lange nicht in allen Köpfen.

Nun lässt sich die Digitalisierung natürlich nicht einfach so über jedes Unternehmen stülpen. Dazu braucht es bei vielen zuerst eine veränderte Einstellung, ein neues Denken, Aufklärung und Abbau von Ängsten. Die latente Abneigung gegen Veränderungen ist eine zutiefst menschliche, vielleicht sogar zutiefst deutsche Eigenschaft. Schließlich waren wir in diesem schönen Land auch ohne digitale Gadgets jahrzehntelang weltweiter Technologieführer. Wozu jetzt digitaler Wandel?

Die Bemühungen, eine gesamte Organisation zum digitalen Reifegrad zu führen, scheitern fast überall: Sie werden ausgebremst durch einzelne Entscheider, die fehlende Anpassung zentraler Funktionen, durch Prozesse, die immer noch auf RACI basieren. Kurzum: Die soziotechnische Schnittstelle in Organisationen hat noch viel Potenzial.

Um dieses Potenzial zu heben, brauchen wir einen unerschrockenen Umgang mit der kulturellen Ebene unserer Organisation. Schwer genug, auch ohne Digitalisierung. Wir haben deshalb eine kurze Anleitung entwickelt, mit der Sie sich in Ihrer Organisation auf den Weg machen können. Starten Sie die Selbstdiagnose.

Worauf können wir uns zwischen digitaler Paranoia und psychologischer Resilienz stützen? Wir wissen, dass die fortschreitende Digitalisierung durch zwei wesentliche Treiber beschleunigt wird: technologische Innovation und ein sich veränderndes Nutzerverhalten. Übertragen auf Ihre Organisation können Sie sich damit zwei zentrale Fragen stellen:

 

  • 1. Wie ist unser aktueller digitaler Reifegrad als Organisation?

 

  • 2. Wie verhalten sich meine Mitstreiter im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel?

 

Für eine Bewertung des digitalen Reifegrades Ihrer Organisation bieten wir Ihnen ein Werkzeug unseres Kooperationspartners Creative Construction Heroes an: das Digital Maturity Assessment (kurz DMA). Damit können Sie sich ein erstes, ganzheitliches Bild über den digitalen Status quo Ihrer Organisation machen. Am Ergebnis können Sie schon tendenziell ablesen, wo der digitale Hase im Pfeffer liegt.

Für die Beantwortung der zweiten Frage haben wir eine kleine Typologie erstellt, anhand derer Sie Ihre eigene Beobachtung schärfen können. Wir beschreiben sieben Persönlichkeitstypen, denen wir üblicherweise in Organisationen beim Thema digitaler Wandel begegnen. Dazu gibt es einen ersten Handlungsvorschlag, wie Sie mit dem jeweiligen Typus weiterarbeiten können. Schließlich muss jede Theorie ihren Wert in der Praxis beweisen.

Die sieben digitalen Notbremser:

  • 1. Die Frustrierten:
    “Schon wieder ein Change. Da kommt doch nichts bei rum.“
    Müssen z. B. durch das Feiern von Zwischenerfolgen motiviert werden. Brauchen Beweise für die Nachhaltigkeit ihrer Anstrengungen, können durch Success Stories überredet (nicht überzeugt) werden.
  • 2. Die Aussitzer:
  • „Erst mal abwarten und gucken, was die anderen machen.“
    Dringlichkeit verdeutlichen, Marktchancen für den Early Adopter und Krisenszenarios aufzeigen.

 

  • 3. Die Vorruheständler:
    „In zwei Jahren bin ich eh raus – das sollen meine Nachfolger machen.“
    Positiv motivieren, an der Ehre packen, Wichtigkeit des Projekts für die Zukunft der Kolleginnen und Kollegen herausstellen. Notfalls Zuständigkeiten ändern.

 

  • 4. Die Erbsenzähler:
    „Das Controlling sagt, das sei alles zu teuer.“
    Horizont erweitern, langfristige Perspektiven und zugleich Negativbeispiele aufzeigen (z.B. Kodak).

 

  • 5. Die Fortschrittsverweigerer:
    „Aus dem Silicon Valley kommt nur Böses. Wir alle werden unter den Folgen der Digitalisierung leiden.“
    Positive Ziele setzen. Brauchen „Beweise“ für „das Gute“ ihrer Mitarbeit, können durch Success Stories überredet (nicht überzeugt) werden. Notfalls Zuständigkeiten ändern.

 

  • 6. Die Enthusiasten:
    „Digitalisierung ist super! Wir müssen sofort loslegen und machen gleich mal eine Design-Thinking-Runde in der Geschäftsleitung und bauen gleichzeitig im ganzen Haus einzelne Squads auf, die sich drum kümmern. Und jeder bekommt erst mal ein iPhone!“
    Fundament und System schaffen, Teambindung stärken, strukturieren, coachen, begleiten.

 

  • 7. Die Anpacker:
    „Leute, das Licht da vorne ist nicht das Ende des Tunnels, sondern ein entgegenkommender Zug!“
    An der Erstellung der digitalen Roadmap beteiligen, Kontext erweitern, die Sinne für alle Ebenen der Organisation schärfen, Verantwortung geben.

Wir gehen davon aus, dass Sie mindestens fünf dieser Persönlichkeitstypen innerhalb Ihrer eigenen Organisation identifizieren können.
Falls nicht, Glückwunsch! Sie befinden sich bereits auf der digitalen Überholspur.
Falls ja, packen Sie es an! Stellen Sie sich gegen den natürlichen Lauf der Dinge und fordern Sie sich und Ihre Organisation in Konsequenz und Weitsicht.